
Wohnungen zum Verkauf: Die Hälfte des Angebots liegt unter 200.000 Euro, doch in den Großstädten ist alles anders
Die Analyse von Casa.it zu den Anzeigen vom Oktober 2026 zeigt deutliche regionale Unterschiede bei den geforderten Preisen und den Wohnungsgrößen
200.000 Euro können für eine Vierzimmerwohnung reichen oder die Obergrenze für die Suche nach einem Einzimmerapartment darstellen: Es hängt von dem Gebiet ab, in dem man kauft. Genau diese Spanne zeigt die Analyse von Casa.it zu den Wohnungsanzeigen vom Oktober 2026. Die Hälfte des vom Portal beobachteten Angebots weist einen geforderten Preis von höchstens 200.000 Euro auf, doch die nationale Zahl vereint Märkte, die grundverschieden sind. In Florenz liegt nur 5% der Anzeigen innerhalb dieser Schwelle; in Mailand 9%. In Genua, Palermo und Turin hingegen liegt der Anteil bei mehr als der Hälfte des Angebots. Wer eine Wohnung sucht, sollte den Preis daher immer zusammen mit dem Standort und der verfügbaren Größe lesen, ohne einen nationalen Durchschnitt als Beschreibung jedes einzelnen Markts zu verstehen.
Die nationale Verteilung der geforderten Preise
Laut Casa.it entfallen 22% der Anzeigen auf Wohnungen bis 100.000 Euro, und 28% liegen zwischen 100.001 und 200.000 Euro. Es folgen die Preisklasse zwischen 200.001 und 300.000 Euro mit 19% des Angebots sowie jene zwischen 300.001 und 400.000 Euro mit 12%. Die Anteile sinken auf 6% zwischen 400.001 und 500.000 Euro, auf 4% zwischen 500.001 und 600.000 Euro und auf 2% zwischen 600.001 und 700.000 Euro. Das Segment über 700.000 Euro macht 7% des Gesamtmarkts aus; darin wiederum stellen Wohnungen über eine Million Euro 4% des gesamten Angebots dar. Diese letzteren sind also keine eigene Spanne, die zu den 7% hinzugerechnet werden könnte, sondern ein Bestandteil davon.
Im Vergleich zum Vorjahr sinkt der Anteil der Anzeigen bis 200.000 Euro von 52% auf 50% des Gesamtangebots. Ihr Rückgang beträgt im Nordosten vier Prozentpunkte, im Nordwesten drei, in der Mitte zwei und im Süden einen. Das Ergebnis beschreibt eine Veränderung in der Zusammensetzung der verfügbaren Anzeigen: Allein daraus lässt sich weder der Preisanstieg derselben Wohnungen ablesen, noch kann man damit feststellen, wie viel beim Kauf tatsächlich bezahlt wird. Die Analyse bezieht sich nämlich auf geforderte Preise, nicht auf Kaufpreise, und liefert keine Informationen über Haushaltseinkommen, Kreditzugang oder den Zustand der Immobilien.
Ein sehr unterschiedliches Angebot je nach Region
Wohnungen bis 200.000 Euro machen 69% der Anzeigen auf den Inseln und 68% im Süden aus, gegenüber 49% im Nordwesten, 43% in der Mitte und 37% im Nordosten. Die höchsten regionalen Anteile finden sich in Molise (84%), Kalabrien (83%), Basilikata (75%), Sizilien (74%) und Abruzzen (71%). Es folgen Piemont und Apulien mit jeweils 69%, Umbrien mit 64%, das Aostatal mit 60%, Kampanien mit 57% und die Marken mit 56%. Friaul-Julisch Venetien und Sardinien liegen bei 49%, Latium bei 48%, Ligurien bei 45%, die Emilia-Romagna bei 41% und die Lombardei bei 40%. Die niedrigsten Anteile verzeichnen die Toskana (33%), Venetien (31%) und Trentino-Südtirol (21%).
Auch die Unterscheidung zwischen Provinzhauptstädten und anderen Gemeinden spielt eine Rolle: In den Erstgenannten entfallen 38% der Anzeigen auf Wohnungen bis 200.000 Euro, in den Zweitgenannten 54%. Unter den acht untersuchten Großstädten zeigt sich der Abstand noch deutlicher. Florenz und Mailand weisen eine stärkere Konzentration des Angebots in den höheren Preisklassen auf, während in Genua, Palermo und Turin die Schwelle von 200.000 Euro den Großteil der Anzeigen umfasst. Die Tabelle ermöglicht den Vergleich aller Preisklassen, ohne acht fast identische Listen wiederholen zu müssen.
Geforderte Preise in den acht Städten
| Stadt | ≤200 Tsd. | 200–300 Tsd. | 300–400 Tsd. | 400–500 Tsd. | 500–600 Tsd. | 600–700 Tsd. | >700 Tsd. | davon >1 Mio. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Florenz | 5% | 21% | 23% | 15% | 7% | 6% | 23% | 14% |
| Mailand | 9% | 24% | 20% | 12% | 8% | 6% | 21% | 12% |
| Bologna | 15% | 33% | 20% | 10% | 7% | 4% | 11% | 5% |
| Rom | 18% | 26% | 19% | 11% | 7% | 5% | 14% | 7% |
| Neapel | 34% | 20% | 14% | 10% | 5% | 4% | 13% | 6% |
| Genua | 66% | 15% | 8% | 4% | 2% | 1% | 4% | 2% |
| Palermo | 62% | 19% | 9% | 3% | 2% | 1% | 4% | 2% |
| Turin | 57% | 18% | 9% | 5% | 3% | 2% | 6% | 2% |
Wie viele Zimmer das gleiche Budget ermöglicht
Auf nationaler Ebene haben Wohnungen zum Verkauf bis 200.000 Euro im Durchschnitt vier Zimmer, ebenso wie jene zwischen 200.001 und 300.000 Euro. In den beiden Spannen zwischen 300.001 und 500.000 Euro steigt die Zahl auf fünf Zimmer, zwischen 500.001 und 700.000 Euro auf sechs und über 700.000 Euro auf neun. Die Zimmerzahl ist jedoch eine andere Größe als die Fläche: Sie sagt nicht automatisch aus, wie viele Quadratmeter gekauft werden oder wie viele Räume Schlafzimmer sind. Außerdem können bei gleichem Preis Lage, Zustand und Gebäudeeigenschaften das Angebot deutlich verändern.
Die regionalen Unterschiede zeigen sich auch bei der Größe der Wohnungen. Bis 200.000 Euro beträgt der Durchschnitt im Nordwesten und im Süden drei Zimmer, im Nordosten, in der Mitte und auf den Inseln vier. Zwischen 200.001 und 300.000 Euro sind es in allen Gebieten vier Zimmer, außer auf den Inseln, wo es fünf sind. In den höheren Preisklassen wächst die Wohnungsgröße unterschiedlich stark: Über 700.000 Euro werden im Nordosten und Nordwesten durchschnittlich sieben Zimmer erreicht, im Süden neun, in der Mitte elf und auf den Inseln acht. In den Provinzhauptstädten und den anderen Gemeinden beträgt die durchschnittliche Größe bis 200.000 Euro jeweils drei beziehungsweise vier Zimmer; über 700.000 Euro wird sie zu sieben und zehn. In den Großstädten ist der genaue Vergleich in der zweiten Tabelle zusammengefasst.
Durchschnittliche Zimmerzahl je Preisklasse
| Stadt | ≤200 Tsd. | 200–300 Tsd. | 300–400 Tsd. | 400–500 Tsd. | 500–600 Tsd. | 600–700 Tsd. | >700 Tsd. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mailand | 1 | 2 | 2 | 2 | 3 | 3 | 4 |
| Florenz | 1 | 2 | 3 | 4 | 4 | 5 | 7 |
| Bologna | 1 | 2 | 3 | 4 | 4 | 4 | 7 |
| Rom | 2 | 2 | 3 | 3 | 4 | 4 | 6 |
| Neapel | 2 | 3 | 3 | 4 | 4 | 5 | 6 |
| Genua | 4 | 4 | 5 | 6 | 6 | 7 | 7 |
| Palermo | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 7 | 10 |
| Turin | 2 | 3 | 4 | 4 | 4 | 5 | 6 |
Das Bild zeigt also einen Markt, in dem dasselbe Budget sehr unterschiedliche Möglichkeiten eröffnet. Wer einen Kauf bewerten will, muss von dem tatsächlich in der jeweiligen Gegend verfügbaren Angebot ausgehen und Preis, Raumangebot und Qualität der Immobilie miteinander verknüpfen. Die Prozentangaben von Casa.it helfen, die Suche zu orientieren und die Regionen zu vergleichen; sie ersetzen nicht die Prüfung der einzelnen Wohnung und stellen keine Bewertung ihres Werts dar.
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