
Asiatische Märkte die interessanteste Assetklasse unter den globalen Aktien
In den USA notierte chinesische Aktien sind wegen der anti-chinesischen Rhetorik vom Delisting bedroht. Interesse für indonesische Aktien und für Japan, zudem nimmt das Gewicht Chinas im heimischen Segment zu.
von Marcel Zimmermann, Fondsmanager des Lemanik Asian Opportunity Fonds von Lemanik
Die Marktaussichten bleiben aufgrund der sprunghaften US-Zollpolitik schwer vorherzusagen. Dennoch sind wir der Ansicht, dass die asiatischen Märkte die interessanteste Assetklasse unter den globalen Aktien sind und weiterhin von der regionalen Expansion gestützt werden.
Am 2. April hat US-Präsident Donald Trump anlässlich des "Liberation Day" seine reziproke Zollstrategie vorgestellt. Die angekündigten Zölle lagen deutlich über den Markterwartungen. Die globalen Märkte reagierten umgehend auf den Schock mit einem Absturz sämtlicher US-Assets, darunter Anleihen, Aktien und der US-Dollar. Gold legte zu, weil die Investoren in sichere Häfen auswichen. Die Marktturbulenzen zwangen Trump, die Anwendung der Zölle für 90 Tage auszusetzen. China reagierte auf die höheren Zölle mit Gegenzöllen auf US-Importe von 125% und erklärte, man werde die Streitfrage bei der WTO vorbringen. Die globalen Märkte reagierten auf die Aussetzung mit einer kräftigen Gegenrally in allen Anlageklassen, wodurch der anfängliche Sell-off teilweise wieder aufgefangen wurde. Am stärksten betroffen waren die asiatischen Aktienmärkte in Taiwan, China und teilweise der Asean-Region. Die koreanischen und japanischen Indizes hielten sich besser.
Die im April veröffentlichten Konjunkturdaten blieben relativ stabil, da das Frontloading der Exportaufträge aus Asien in die Vereinigten Staaten die industrielle Aktivität in Asien ankurbelte. Ökonomen erwarten jedoch, dass die Zölle in Asien und Europa deflationär wirken werden, da ein Teil der Produktion aus den USA umgeleitet wird. Die US-Wirtschaft dürfte dagegen einen Schub bei der importierten Inflation spüren, da die Zölle zu den Importpreisen hinzukommen werden. Folglich haben wir im Laufe des Monats unser Engagement in chinesische Aktien, die in den USA notiert sind, geschlossen. Es besteht das potenzielle Risiko, dass die USA chinesische Unternehmen, die in den USA tätig sind, im Rahmen ihrer anti-chinesischen Rhetorik delisten. Während des Sell-offs haben wir Positionen in Indonesien und Japan aufgebaut und das Gewicht Chinas im heimischen Segment erhöht, etwa in Bio-Tech, Banking und Real Estate.
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